Die weibliche Weihnachtsgeschichte oder wieso bei uns am Anfang vier Kerzen auf dem Adventkranz brennen

 

Mit dem Beginn des Advents, wird es für mich höchste Zeit auf die weibliche Geschichte von Weihnachten einzugehen. Seit Jahren beschäftige ich mich mit den vorchristlichen Wurzeln unseres zauberhaften Weihnachtsfestes und erforsche dabei, welche Verbindung der Weihnachtsmann, die Rentiere und das Christuskind zu den alten Traditionen rund um den keltischen Jahreskreis haben. Und ich liebe die Erkenntnisse, die ich dabei über die Rhythmen der Natur erhalte. Nun möchte ich bis Weihnachten jede Woche eine Weihnachtsgeschichte aus weiblicher Sicht erzählen. Eine wunderbare Begleitung zu meiner Weihnachtsstory ist mein kostenfreier Adventkalender Urfrau im Advent. Du kannst dich hier dafür anmelden. Und hoffe, ich kann dich damit inspirieren, das Weihnachtsfest und seine ganze Symbolik aus einer neuen, weil tieferen Perspektive zu betrachten.

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Der Adventkranz und das Feuer der Sonnenwende

Zum 1. Advent entzünde ich jedes Jahr vier Kerzen auf meinem Adventkranz. Damit verändere ich ganz bewusst diese zauberhafte Tradition, die mich seit 39 Jahren begleitet. Denn der Adventkranz ist viel älter, als die Geschichte des Christentums in Europa. Sie gründet in dem mythischen keltischen Glauben an die Zyklen der Erde, der eine lebendige Religion war, bevor das Kreuz Europa eroberte. 

Der Adventkranz hat seinen Namen von dem lateinischen Wort advenere. Erwarten. Wir erwarten in grosser Freude die Geburt des Christuskindes, das symbolisch für das Licht steht. Bei den Kelten hieß er Yulekranz und symbolisierte die große Zeit vor dem Yule Feuer, das zur Wintersonnenwende am 21.12 entzündet wurde. Die Adventzeit ist diese hoffnungsvolle Zeit kurz vor der Geburt, in der die Tage kurz und die Nächte lang sind. Bis zum  21.12, dem dunkelsten Tag des Jahres und dem Fest der Wintersonnenwende. An diesem Tag kehrt die Sonne wieder in den Norden zurück. Die Tage werden wieder länger und das Licht täglich mehr. An diesem Tag ist auch offizieller Winterbeginn.  Am 24.12 feiern wir eigentlich ein Fest der Sonne und des Lichtes. In der dunkelsten Nacht, wenn alles schläft, wird das Licht wiedergeboren und das Leben nimmt einen neuen Zyklus, wenn die Sonne wieder in das Leben der Menschen zurückkehrt. 

Der Adventkranz begleitet uns mit seinen Lichtern durch die letzten Tage der Dunkelheit. Das Feuer wärmt uns, schenkt uns Hoffnung und die tiefe Gewissheit, dass das grösste Licht in der tiefsten Dunkelheit geboren wird. Wir versammeln uns rund um den leuchtenden und schön geschmückten Kranz mit Familie und Freunden, trinken Glühwein, geniessen uns durch verschiedenste Keksvariationen und haben es gemütlich.

Wieso nun zünde ich vier Kerzen zu Beginn der Adventzeit an?

Ganz einfach: Jede Woche erlischt eine Flamme als Symbol für die immer stärker werdende Dunkelheit. Indem ich alle vier Kerzen anzünde folge ich dem natürlichen Zyklus der Erde. Jede Woche wird es dunkler, jede Woche erlischt eine Kerze. Wenn dann am 21.12 pünktlich zur Wintersonnenwende alle Kerzen auf dem Adventkranz erloschen sind, wird das heilige Yule Feuer entzündet, mit dem wir die Wiederkehr des Lichtes begrüssen und zelebrieren. Ich übergebe den Adventkranz dann dem Feuer und beende damit den Zyklus der dunklen Zeit, um mit dem neuen Licht in die Feiertage zu gehen und während der Rauhnächte meine Visionen und Träume für das nächste Jahr zu schöpfen. 

In die Dunkelheit tauchen

Für manche Menschen ist die Zeit kurz vor Weihnachten eine sehr schwierige. Denn die Dunkelheit  herrscht mehr als 15 Stunden über das Leben der Menschen. Da wir es in der modernen Welt jedoch nicht mehr gewohnt sind, in Dunkelheit zu leben - überall sind wir von elektronischem Licht umgeben - haben die meisten Menschen den Bezug zu der magischen Nacht verloren, die symbolisch dem Geheimnis, dem Verborgenen und nicht Sichtbaren zugeordnet ist. Doch jedes Leben entsteht in der Dunkelheit. Die Samen einer Pflanze gedeihen in dem fruchtbaren dunklen Schlamm der Mutter Erde. Der Embryo entwickelt sich zu einem lebensfähigen Menschen im geschützten, dunklen Raum der Gebärmutter. Der Urknall hat sich aus der unendlichen Dunkelheit des Universums entwickelt. Die Dunkelheit ist wichtig, damit das Licht wiedergeboren werden kann. Deswegen finde ich es sehr heilsam, die Adventzeit, die dunkelste Zeit des Jahres, bewusst auch als solche wahrzunehmen und gemäß ihren natürlichen Rhythmen zu leben. Die Erde schläft. Ruhe, Frieden, Meditation und Stille sind wichtige Elemente, die wir in unser Leben einbauen können. Weniger shoppen, dafür lieber zu Hause sein, Freunde einladen und gemeinsam beim Licht der Kerzen einen Zimtkakao trinken und die Liebe wahrnehmen, die uns alle in unserem Menschsein verbindet. Denn bei all den lauten Konsumtrompeten, negativen Nachrichten, Umweltkatastrophen und der Hektik des Alltags, in dem wir alle gefangen sind, dürfen wir eines nicht vergessen: Weihnachten ist das Fest des Lichtes. Der Liebe. Der Wiedergeburt und des Friedens. Jenen Werten in uns, die unser Menschsein mit dem Göttlichen verbinden. 

Ich wünsche dir einen wunderschönen Beginn der Adventszeit,

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